Rund 100 Teilnehmende diskutieren beim Fachforum „Investitionen in CO₂-arme Technologien“ über innovative Ideen und praxistaugliche Lösungsansätze
Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Energieberatung, Planung und Verwaltung kamen zum Fachforum „Investitionen in CO₂-arme Technologien – Prozesswärme im Fokus“ zusammen, um aktuelle Herausforderungen und konkrete Lösungsansätze für die Transformation der industriellen Wärmebereitstellung zu diskutieren.
Im Zentrum der Veranstaltung standen drei zentrale Technologiepfade, die als entscheidende Hebel für die Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme hervorgehoben wurden: die Elektrifizierung von Wärmeprozessen, der Brennstoffwechsel hin zu CO₂-ärmeren Energieträgern sowie die konsequente Nutzung von Abwärme. Dabei wurde deutlich, dass der erfolgreiche Einsatz dieser Technologien eine sorgfältige Abstimmung mit bestehenden Produktionsprozessen, der Energieinfrastruktur sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfordert.
Nach der Begrüßung gab Prof. Dr. Dominik Möst (TU Dresden) einen Überblick zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen in der Energiewirtschaft. Daniel Näser (Sächsische Aufbaubank) beleuchtete die Rolle der Förderbank bei der Unterstützung von Transformationsprozessen in sächsischen Unternehmen. Dr. Anna Gruber (Forschungsstelle für Energiewirtschaft) zeigte auf, wie Unternehmen von Einzelmaßnahmen zu integrierten Transformationsstrategien gelangen können.
Im anschließenden Panel wurde intensiv diskutiert, wie Elektrifizierung, Brennstoffwechsel und Abwärmenutzung in der Praxis zusammenspielen und welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung notwendig sind. Einigkeit bestand darin, dass insbesondere die Kombination dieser Ansätze großes Potenzial für eine nachhaltige und zugleich wirtschaftliche Prozesswärmeversorgung bietet.
Am Nachmittag vertieften die Teilnehmenden die genannten Technologiepfade in interaktiven Workshops. Dabei wurden zentrale Erkenntnisse für die praktische Umsetzung CO₂-armer Technologien herausgearbeitet:
- Bei der Elektrifizierung steht insbesondere die Verfügbarkeit erneuerbaren Stroms, Netzintegration sowie die Wirtschaftlichkeit im Fokus. Eine vorausschauende Planung und flexible Prozessgestaltung gelten als entscheidende Erfolgsfaktoren.
- Der Brennstoffwechsel erfordert langfristige Strategien, insbesondere im Hinblick auf die Verfügbarkeit nachhaltiger Energieträger wie Wasserstoff oder Biomasse sowie die Entwicklung geeigneter Infrastrukturen. Investitionsentscheidungen sind hier eng mit politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen verknüpft.
- Die Abwärmenutzung bietet oftmals kurzfristig realisierbare Effizienzpotenziale. Herausforderungen bestehen vor allem in der technischen Integration, der kontinuierlichen Verfügbarkeit von Abwärme sowie in wirtschaftlichen Bewertungsmodellen. Ein konkretes Praxisbeispiel der Nickelhütte Aue und der Stadtwerke Aue zeigt die erfolgreiche Zusammenarbeit auf Augenhöhe bei der Nutzung von Abwärme.
Übergreifend wurde deutlich, dass Unternehmen zunehmend ganzheitliche Transformationskonzepte benötigen und vor einer Investitionsentscheidung ihre Prozesse analysieren und optimieren müssen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden.
Neben fachlichen Impulsen bot das Fachforum zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung. Die intensive Diskussion zeigte, dass viele Unternehmen bereits konkrete Schritte in Richtung Dekarbonisierung unternehmen, jedoch weiterhin Bedarf an Orientierung, Planungssicherheit und Best-Practice-Beispielen besteht.
Zum Abschluss der Veranstaltung konnten Interessierte im Rahmen einer Führung durch das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) Einblicke in aktuelle Forschungsaktivitäten gewinnen.
Das Fachforum machte deutlich: Die Transformation der industriellen Prozesswärme ist eine zentrale Voraussetzung für das Erreichen der Klimaziele. Mit den Schwerpunkten Elektrifizierung, Brennstoffwechsel und Abwärmenutzung sowie den praxisnahen Workshop-Ergebnissen wurden konkrete Wege aufgezeigt, wie Unternehmen diesen Wandel aktiv und wirtschaftlich tragfähig gestalten können.