Kommunale Wärmeplanung in Sachsen: Kommunen stellen Weichen für die Wärmewende vor Ort
In Sachsen nimmt die Wärmeplanung in den Kommunen Fahrt auf. Besonders ambitionierte Kommunen starten bereits mit der Umsetzung ihrer Wärmepläne, viele sind mitten im Prozess und auch die übrigen Kommunen schaffen derzeit die Voraussetzungen für ihren Einstieg in die Wärmeplanung.
Auf der heutigen Fachtagung zur Kommunalen Wärmeplanung in Sachsen im Konferenzzentrum der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – (SAB) in Dresden diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen und Landesverwaltung mit Planern, Energie- und Wohnungswirtschaft, Finanzinstitutionen uvm. über konkrete Schritte hin zu einer zukunftsfähigen Wärmeversorgung vor Ort.
Zum Auftakt der Veranstaltung betont Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA), die Rolle der Kommunen bei der Wärmewende: „Der Erfolg der Wärmewende entscheidet sich nicht am Schreibtisch in Behörden, sondern vor Ort bei den Menschen. Kommunen, Stadtwerke und Energieversorger brauchen dafür nicht nur gute Konzepte, sondern auch verlässliche Unterstützung bei der Umsetzung. Mit den ersten Bewilligungen zeigen wir: Sachsen stellt die notwendigen Mittel bereit und bringt konkrete Projekte auf den Weg. Wir fördern Investitionen, die fossile Energieträger ersetzen, die Versorgung unabhängiger und klimafreundlicher machen und zugleich Wertschöpfung in den Regionen halten. Gerade in den Strukturwandelregionen wollen wir die Wärmewende als wirtschaftliche Chance nutzen – um moderne Infrastruktur, regionale Aufträge und zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen.“
In einem anschließenden moderierten Gespräch geben Staatsminister Dirk Panter, Torsten Ruban-Zeh, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Hoyerswerda sowie Robert Schurzig, Clusterlead Corporate Finance der SAB, Einblicke in die aktuelle und geplante Förderlandschaft in Sachsen und wie die Umsetzung konkret in den Kommunen erfolgen kann.
Robert Schurzig, Clusterlead Corporate Finance der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – unterstreicht die Bedeutung der Förderung und partnerschaftlichen Zusammenarbeit:
„Wärmenetze und andere Infrastrukturprojekte stellen viele Kommunen finanziell und organisatorisch vor große Herausforderungen. Unser Ansatz ist es, frühzeitig gemeinsam mit den Kommunen und kommunalnahen Unternehmen zu prüfen, welche Projekte tragfähig sind, welche Finanzierungsbausteine dafür infrage kommen und welche Partner vor Ort eingebunden werden sollten. Die Kombination aus einer zukunftsorientierten kommunalen Wärmeplanung, interkommunaler Zusammenarbeit regionaler Akteure sowie attraktiven Förder- und Finanzierungsangeboten schaffen eine solide Grundlage. So können aus Ideen tatsächlich Investitionen werden.“
Im Mittelpunkt der Fachtagung stehen die Chancen der Wärmewende für die regionale Wertschöpfung und die Frage, wie Kommunen ihre Wärmepläne in konkrete Projekte überführen können. In weiteren Plenarvorträgen, u. a. von Thoralf Piwonka aus dem SMWA und Oliver Antoni von der Stiftung Umweltenergierecht sowie sich anschließenden Fachrunden werden rechtliche Rahmenbedingungen, Finanzierungsmöglichkeiten und Praxisbeispiele aus sächsischen Kommunen vorgestellt.
SAENA stärkt Kommunen mit Fachwissen und Praxisbezug
Die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH begleitet sächsische Kommunen und Akteure bei der Wärmeplanung mit Beratung, fachlichen Arbeitshilfen und Veranstaltungen wie der heutigen Fachtagung. Antje Fritzsche, Seniorberaterin bei der SAENA und Projektleiterin der Servicestelle kommunale Wärmeplanung, betont die Bedeutung von Wissenstransfer und Vernetzung: „Viele Kommunen stehen vor enormen Aufgaben: Sie sollen Wärmepläne erstellen, Bürger informieren, Investoren gewinnen und Projekte koordinieren. Genau hier setzt unsere Fachtagung an. Wir bringen Kommunen, Fachleute und Fördergeber zusammen, zeigen Umsetzungswege und machen deutlich: Wärmeplanung ist kein reines Pflichtprogramm. Sie birgt die Option, die zukünftige Energieversorgung vor Ort aktiv mitzugestalten.“
Die kommunale Wärmeplanung (KWP) ist eine zentrale, langfristige Koordinierungsaufgabe für Kommunen mit dem Ziel, den vor Ort besten und kosteneffizientesten Weg zu einer nachhaltigen, sparsamen, bezahlbaren, resilienten und treibhausgasneutralen Wärmeversorgung zu ermitteln. Der Wärmeplan soll den Transformationsweg für alle betroffenen Akteure hin zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bestmöglich darstellen.