27.10.2026, Dresden/Zittau

Exklusive Weiterbildung und Besichtigung der DLR-Pilotanlage ZiRa in Zittau

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Wie kann die industrielle Prozesswärmeversorgung klimafreundlicher, effizienter und wirtschaftlich gestaltet werden? Dieser Frage widmete sich die gestrige Weiterbildung zu Hochtemperatur-Wärmepumpen (HTWP) mit Besichtigung der Pilotanlage ZiRa – eine gemeinsame Veranstaltung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Institut für CO2-arme Industrieprozesse, und der Sächsischen Energieagentur (SAENA). Diese zielte insbesondere auf den Austausch zwischen Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Forschung und Energieberatung ab und bot seltene Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Hochtemperatur-Wärmepumpentechnologie.

Im Mittelpunkt standen dabei Hochtemperatur-Wärmepumpen, die als eine vielversprechende Lösung für die Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme gelten. Aktuell entfallen rund 20 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs auf industrielle Prozesswärme. Gleichzeitig dominieren fossile Energieträger wie Erdgas und Kohle weiterhin die Wärmeerzeugung in vielen Branchen.

Vor diesem Hintergrund gewinnen innovative Technologien zur Nutzung von Abwärme und erneuerbaren Energien zunehmend an Bedeutung. Hochtemperatur-Wärmepumpen ermöglichen die Bereitstellung von Prozesswärme im Bereich von etwa 100 bis 250 °C und eröffnen insbesondere für die Papier-, Textil-, Lebensmittel-, Chemie-, Pharma-, Kunststoff- und Metallindustrie neue Möglichkeiten zur Senkung von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen.

Nach der Begrüßung durch DLR und SAENA erhielten die Teilnehmenden einen Überblick über die Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte des Instituts für CO₂-arme Industrieprozesse sowie der Abteilung Hochtemperatur-Wärmepumpen.
Vorgestellt wurden unter anderem:

  • die technologischen Grundlagen der Versuchsanlagen ZiRa und CoBra,
  • aktuelle Forschungsarbeiten im Bereich Hochtemperatur-Wärmepumpen,
  • laufende und geplante Demonstratorprojekte für industrielle Anwendungen,
  • technische Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven der Technologie.

Die Fachvorträge verdeutlichten das erhebliche Potenzial von Hochtemperatur-Wärmepumpen für eine nachhaltige Wärmeversorgung, zeigten gleichzeitig aber auch, welche technischen Hürden noch zu überwinden sind und unter welchen Rahmenbedingungen diese neue Technologie wettbewerbsfähig wird. 

Ein besonderes Highlight der Weiterbildung war die Führung durch die Pilotanlage ZiRa am DLR-Standort Zittau. In kleinen Gruppen konnten die Teilnehmenden die Versuchsanlage aus nächster Nähe besichtigen und sich direkt mit den Forschenden über technische Details und Entwicklungsperspektiven austauschen.
Die exklusive Besichtigung ermöglichte wertvolle Einblicke in die Forschungsarbeiten an einer Technologie, der eine eine zentrale Rolle bei der Transformation industrieller Wärmesysteme zugeschrieben wird.

Der Nachmittag stand im Zeichen des fachlichen Dialogs. Für einen besonders praxisnahen Blick sorgte als Auftakt der Erfahrungsbericht von Felix Schoeller. Nachhaltigkeitsmanagerin Senta Becker stellte die Erfahrungen des Unternehmens im Rahmen des europäischen Demonstrationsprojekts Push2Heat vor.

Anhand der Demonstratoranlage im Werk Weißenborn wurden Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Integration von Hochtemperatur-Wärmepumpen in industrielle Produktionsprozesse erläutert und diskutiert. Die Teilnehmenden erhielten dadurch wertvolle Einblicke in reale Umsetzungsbedingungen sowie in technische, regulatorische und organisatorische Fragestellungen.

In offener Runde sowie an thematischen Arbeitstischen diskutierten die Teilnehmenden anschließend gemeinsam mit Expertinnen und Experten des DLR und der SAENA über:

  • technische Fragestellungen rund um Hochtemperatur-Wärmepumpen,
  • Hemmnisse und Investitionshürden bei der Einführung neuer Technologien,
  • Voraussetzungen für gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte,
  • Perspektiven für den breiteren Einsatz von HTWP in der Industrie.

Der intensive Austausch zwischen Unternehmen, Energieberatern, Forschung und Branchenvertretern zeigte das große Interesse an praxistauglichen Lösungen für die industrielle Wärmewende.

Gleichzeitig wurde sichtbar, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Interessensvertretern ist, um innovative Lösungen erfolgreich in die Praxis zu überführen.

Die SAENA bedankt sich herzlich beim DLR für die fachliche Unterstützung und die Möglichkeit zur Besichtigung der Pilotanlage sowie bei allen Teilnehmenden für die engagierten Diskussionen und den wertvollen Erfahrungsaustausch.