Windenergie und Photovoltaik im Unternehmen nutzen
Die rechtlichen, wirtschaftlichen, technischen und politischen Veränderungen an den Energiemärkten in den vergangenen Jahrzehnten haben das Thema Energiebeschaffung erheblich an Bedeutung gewinnen lassen. Dabei bringen diese Veränderungen neben Herausforderungen aber auch viele Chancen mit sich.
Zu diesen Veränderungen zählen neben dem Ausbau und der Umstellung auf erneuerbare Energiegewinnung auch die Liberalisierung der Energiemärkte ab den 1990er Jahren oder die veränderten außenpolitischen Rahmenbedingungen bei der Beschaffung von fossilen Energieträgern.
Diese Entwicklungen haben die Unternehmensplanung hinsichtlich Energieeinkauf herausfordernder gemacht. Auch wenn Erneuerbare Energien zu diesen Entwicklungen beigetragen haben, bieten sie gleichzeitigt ein Fundament beide Herausforderungen besser zu bewältigen und Chancen nutzbar zu machen. Darauf aufbauend kann durch Lastflexibilisierung und Speicherung noch zusätzliches Potential gehoben werden.
Für viele Unternehmen gehörte es in der Vergangenheit allerdings nicht zum Alltag tiefer in den Energiemarkt, sowie den damit Verbundenen Chancen und Risiken einzusteigen. Um diese Herausforderungen gezielt anzugehen, bieten wir deshalb Unternehmen eine breite und fachliche fundierte Intial- und Orientierungsberatung an. Neben den rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Aspekten, beraten wir außerdem zum Themenkomplex „Förderung Akzeptanz von Erneuerbaren Energien“. Letztere gewinnt insbesondere in Bezug auf Windenergieanlagen und Freiflächen-Photovoltaikanlagen immer mehr an Bedeutung, da lokaler Widerstand regelmäßig ganze Projekte verhindern oder zumindest erschweren kann.
Um Erneuerbare Energien für Unternehmen nutzbar zu machen, bieten sich vor allem drei Betriebsmodelle an
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Eigenverbrauch: Am einfachsten zu realisieren und besonders großes Kostenreduktionspotential bietet der Eigenverbrauch von erzeugtem Strom ohne Durchleitung durch ein öffentliches Stromversorgungsnetz. Was im Kleinen bei selbstgenutzten Wohngebäuden schon lange genutzt wird, ist auch im Großen bei beispielsweise Industriehallen möglich. Nicht selten treten aber auch hier viele Fragen auf, bei denen wir Orientierung bieten können:
- Wann ist ein Dach für Photovoltaik geeignet (Statik, Dachzustand, etc.)?
- Kann der erzeugte Strom vor Ort überhaupt selbst verbraucht werden?
- Wie groß muss die PV-Dachanlage sein?
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Wie kann der Eigenverbrauch optimiert werden?
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On-Site PPAs oder Direktleitungen: Manchmal gibt es die Möglichkeit auf dem Werksgelände oder in unmittelbarer Nähe ein Windrad oder eine größere PV-Freiflächenanlage zu installieren. In einigen dieser Fälle kann die Anlage das Unternehmen ohne Durchleitung durch das öffentliche Stromversorgungsnetz direkt versorgen. Wird die Anlage nun durch einen Dritten betrieben, spricht man regelmäßig von einem On-Site Power Purchase Agreement, kurz On-Site PPA. On-Site PPAs biete ebenfalls großes Potential, da viele Vorteile des Eigenverbrauchs genutzt werden können: Es fallen beispielsweise keine Netznutzungsentgelte an und die nicht eingespeisten und vor Ort verbrauchten Strommengen müssen keinem Bilanzkreismanagement zugeordnet werden. Besonders bei On-Site PPAs ist regelmäßig die Akzeptanz vor Ort ein Hindernis, da die Anlagen oft näher am bebauten Innenbereich installiert werden müssen, um eine Direktleitung wirtschaftlich realisieren zu können.
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Off-Site PPAs: Muss der Strom durch das öffentliche Stromversorgungsnetz geleitet werden, spricht man in der Regel von einem Off-Site PPA. Dem Vorteil, dass Erzeugung und Verbrauch nicht mehr in unmittelbarer Nähe zueinander stattfinden müssen, stehen dabei aber diverse Nachteile gegenüber. So müssen beispielsweise Netznutzungsentgelte entrichtet und ein Bilanzkreismanagement eingekauft werden. Dennoch bietet – je nach Vertragsausgestaltung – ein Off-Site PPA zusätzliche Planungssicherheit, da der Strom für einen vorher festgeschriebenen Preis eingekauft werden kann.
Neben den drei vorgestellten Betriebs- bzw. Vermarktungsvarianten gibt es noch weitere Vermarktungsmodelle. Diese Vermarktungsmodelle zielen aber in der Regel nicht auf die Versorgung bestimmter einzelner mittelgroßer bis großer Abnehmer mit erneuerbarem Strom ab.
Für Unternehmen, welche Büroräume oder Fertigungsstätten anmieten, sind aber möglicherweise Mieterstrommodelle oder die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung interessant. In beiden Konzepten wird in der Regel PV-Strom von der PV-Dachanlage genutzt, um Mieter im selben Gebäude zu versorgen. Das Modell hat dabei viele Parallelen zu einem OnSite PPA.
Sprechen Sie uns bei Fragen gerne an oder beachten unsere Factsheets, Broschüren oder (online) Veranstaltungen zum Thema.