25.11.201909:00 Uhr bis 16:30 Uhr

Sächsisches Fachsymposium ENERGIE 2019

Inhalte

Beschreibung

Das Fachsymposium Energie 2019 widmet sich 3 Themenfeldern

1. Versorgungssicherheit und Flexibilisierungsoptionen
2. Gebäude
3. Ressourcen

Die jährliche Fachveranstaltung richtet sich an ca. 200 Teilnehmer aus einer interessierten, zielgruppenübergreifenden Hörerschaft. Die Veranstaltung ist kostenfrei und frei von wirtschaftlichen Interessen. Mit dem Fachsymposium möchte die Sächsische Energieagentur einen Beitrag leisten, innovative Themen der Energieversorgung einem breiteren Publikum vorzustellen und Anregungen für künftige Projekte geben..

Mehr zu Inhalten und Hintergründen der Themenfelder

Weltweiter Umwelt- und Klimaschutz, saubere Energieerzeugung, nachhaltiger Umgang mit Ressourcen, permanentes Wachsen der Weltbevölkerung und die ungleiche Verteilung von Ressourcen und finanziellen Mitteln sind Themen, die sich nicht getrennt voneinander diskutieren lassen. Die Erhöhung der CO2- Konzentration in der Atmosphäre, die Verschmutzung der Weltmeere, Mikroplastik, Migrations- und Flüchtlingskrise, Abholzung und Brandrodung, Versteppung ganzer Landstriche, Wassermangel, Unterernährung und Analphabetismus sind nur die Folgen von Verwerfungen und Fehlentwicklungen innerhalb der benannten Themenkomplexe.

 

Versorgungssicherheit und Flexibilisierungsoptionen

Herr Prof. Ulrich Blum vom Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg wird einige dieser Themen in seinem Vortrag „Mehr Ordnung in den Energiemärkten“ detailliert beleuchten.

Deutschland steht trotz oder gerade wegen seiner enormen technischen und finanziellen Möglichkeiten in der Verantwortung, den Transformationsprozess zu einer weitestgehend CO2-freien Energielandschaft erfolgreich bis zum Ende zu gehen. Auf diesem Weg sind erhebliche finanzielle, technische, rechtliche und psychologische Hürden zu meistern.

Die permanenten Erkenntnis- und Justierungsprozesse beim Aufbau einer neuen Energieversorgung, die Absicherung von Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Ablösung bewährter Technologieformen ohne Einschnitte bei der stabilen Elektrizitätsversorgung riskieren zu müssen, beschreibt nur einen Teil des zu lösenden Aufgabenspektrums.

Es werden technischen Möglichkeiten beleuchtet, wie mit Hilfe passiver Energiespeicher die Transportkapazität bestehender Stromtrassen erweitert werden kann. Ein weiterer Vortrag widmet sich den Potentialen bestehender thermischer Kraftwerke, durch verlängerte Inselbetriebsfähigkeit nach Blackout Situationen maßgeblich zum Wiederaufbau der Stromversorgung beizutragen.

Gebäude

Niedrig temperierte Nah- und Fernwärmenetze besitzen große Potentiale für die Wärme- und Kälteversorgung kleinerer und größerer Gebäudeensembles. Das Institut für Luft- und Kältetechnik Dresden beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dieser Thematik und wird über aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich berichten.

Die weltweiten Flüchtlingsbewegungen unserer Zeit resultieren neben einer Reihe anderer Gründe daher, dass die Lebensverhältnisse in den Armenvierteln dieser Welt nur als dramatisch bezeichnet werden können. Die Schaffung von akzeptablem Wohnraum für diese Regionen, die sich an der finanziellen Leistungsfähigkeit der betroffenen Länder orientiert, gleichzeitig die Ressourcen vor Ort nutzt und einbezieht sowie Arbeitsplätze schafft, ist eine Möglichkeit zur Verbesserung der aktuellen Situation. Am Beispiel eines besonderen Projektes in Namibia wird gezeigt, wie erfolgreiche Entwicklungsarbeit aussieht.

Der Klimawandel stellt spezielle Anforderungen an Nutzpflanzen. Um herauszuarbeiten welche Pflanzen unter konkreten Umweltbedingungen für den Anbau geeignet sind, wird in Gewächshäusern, in denen verschiedenste Umweltbedingungen simuliert werden können, erprobt. Der Energieaufwand für diese Klimasimulationen im Gewächshaus ist erheblich. Im Verantwortungsbereich des sächsischen Staatshochbaus wurde eine Gewächshausanlage errichtet, in der die Klimaanlagen überwiegend mit Hilfe solarer Energie betrieben werden.

Ressourcen

Alle Prognosen zur künftigen Entwicklung des Weltenergieverbrauchs kommen zu dem Schluss, dass Elektrizität im Zusammenspiel mit den verschiedenen anderen Energieformen zukünftig einen immer größeren Stellenwert innerhalb des Gesamtsystems einnehmen wird. Unabhängig von der Größenordnung der Effizienzverbesserung bestehender Energieversorgungssysteme, wie auch des Grades der Erschließung neuer innovativer Energiequellen, wird der Strombedarf weltweit weiter steigen. Die nationen- und generationengerechte Deckung dieses ständig wachsenden Bedarfs kann im Hinblick auf die Bewältigung der Folgen des anthropogenen Klimawandels nur gelingen, wenn der Anteil der CO2-neutralen und CO2- freien Elektroenergieversorgungsysteme weltweit erheblich ausgebaut wird.

Die Menschheit arbeitet seit der Entdeckung der physikalischen Grundlagen der Kernfusion daran, sie als praktisch unerschöpfliche Quelle der Erzeugung von Elektrizität nutzbar zu machen. Im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald wird in der Experimentieranlage Wendelstein 7-X u.a. die prinzipielle Kraftwerkstauglichkeit von Kernfusionsreaktoren des Stellarator-Typs demonstriert.

Jules Verne war davon überzeugt, dass „das Wasser dereinst als Brennstoff Verwendung findet, das Wasserstoff und Sauerstoff seine Bestandteile zur unerschöpflichen und bezüglich ihrer Intensität ganz ungeahnte Quelle der Wärme und des Lichts werden“ würde (Roman "Die geheimnisvolle Insel“) und Kohle als Brennstoff ablöst. Mehr als 100 Jahre später wird weltweit daran gearbeitet mit der Gewinnung von Wasserstoff unter zur Hilfenahme erneuerbarer Energie eine Speichertechnologie im großtechnischen Maßstab zu entwickeln, welche als wesentliche Säule eine CO2-freie und ressourcenschonende Energielandschaft absichert.

Am tiefsten Punkt der Erde, in 11.000 Metern Tiefe wurde 2019 bei einem Tauchgang im Marianengraben im Pazifischen Ozean erstmals Plastikmüll entdeckt. Welche Wege die mit großem Aufwand sortierte und getrennte Hinterlassenschaft unserer Wegwerfgesellschaften nimmt und mit welchen Folgen dies verbunden ist, behandelt der Vortrag des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung Leipzig.

Termin: 25.11.2019 09:00 bis 16:30

Ansprechpartner

Name:
Uwe Kluge
Telefon:
0351 4910-3170
E-Mail:
uwe.kluge@saena.de
Name:
Silke Andrea Gerlach
Telefon:
0351 4910-3164
E-Mail:
silke-andrea.gerlach@saena.de

Ablauf

Fachsymposium 2019 - Vorläufige Arbeitstitel der Vorträge

 

Themenblock Versorgungssicherheit und Flexibilisierungsoptionen

Mehr Ordnung in den Energiemärkten -
Ressourcenfragen; Technologiefragen; Fiskalische Zwänge

Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Blum, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Nutzung passiver Batteriespeicher zur Erhöhung der Transportkapazität bestehender Stromtrassen bei gleichzeitiger Wahrung der IT-Sicherheit
N.N. ads-tec GmbH Nürtingen

Verlängerte Inselbetriebsfähigkeit unter Einsatz thermischer Kraftwerke
M.Eng. Florian Wenzel , LEAG Lausitzer Energie Bergbau AG, Cottbus


Themenblock Gebäude


Kalte Netze – Potentiale sowie technische und wirtschaftliche Randbedingungen
Dr. Ing. Mathias Safarik, ILK Dresden

 

Solarthermische Klimatisierung einer Gewächshausanlage in Leipzig
Sven Schubert SIB Zentrale Sachsen

Bau von nachhaltigen Wohnhäusern in Afrika
Dr. Gerhard Dust, PolyCare Research Technology GmbH & Co. KG, Gehlberg

Themenblock Ressourcen

Vorstellung des sächsischen Power to H2/Gas Projektes im Rahmen des Projektes sächsische Reallabore
Dr.-Ing. Jörg Nitzsche, Gasverfahrenstechnik, DBI – Gas- und Umwelttechnik GmbH, Freiberg

 

Kraftwerkstauglichkeit von Fusionsanlagen des Typs "Stellarator" -
Die Experimentieranlage Wendelstein 7-X 
 
Dr. Olaf Grulke, IPP-Teilinstitut, Greifswald


Vom Land ins Meer - Quellen und Transportwege für Plastikmüll in der Umwelt
Dr. Christian Schmidt, Department Hydrogeologie Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ, Leipzig