KWK-Gesetz 2016

Das KWK-G wurde zum 01.01.2016 neu gefasst. Das bis Dezember 2015 geltende KWK-G (zuletzt 2014 novelliert) tritt somit ab 2016 außer Kraft. Mit dem KWK-G 2016 gehen grundlegende Veränderungen zum bisher gültigen KWK-G einher! In unserem "Merkblatt zum KWK-G 2016" sind diese Änderungen (inkl. einer Tabelle zu den Förderhöhen) erläutert. Außerdem befindet sich in der Randspalte ein Link zum Gesetzestext.

Zusätzlich informiert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in der Kategorie "Kraft-Wärme-Kopplung"  und gibt dort auch Hinweise zum Antragsverfahren.

Zweck und Ziel des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes

• Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung (Nettostromerzeugung) soll bis zum Jahr 2020 auf 110 Terrawattstundenbzw. 120 Terrawattstunden bis zum Jahr 2025 erhöht werden

• Förderungen für den Neubau, die Modernisierung und den Ausbau von KWK-Anlagen, Wärme- und Kältenetzen sowie -speichern (das KWK-Gesetz regelt die Abnahme und Vergütung von KWK-Strom sowie Zuschläge für Wärme- und Kältenetze sowie -speicher)

• Alle Informationen sind stichpunktartig im "Merkblatt zum KWK-Gesetz 2016" festgehalten. Außerdem finden Sie Hinweise zur Anmeldung von KWK-Anlagen und deren Förderung sowie verschiedene Merkmale von KWK-Anlagen im Merkblatt "Hinweise zu KWK-Anlagen"

KWK-Anlagen (Abschnitt 2 KWK-G)

• Voraussetzungen für die Förderung von KWK-Anlagen ist eine Primärenergieeinsparung von mindestens 10 % im Vergleich zur getrennten Strom- und Wärmeerzeugung

• Die Zuschlagshöhen für Strom aus KWK-Anlagen sind in der nebenstehenden Tabelle  gelistet

• Begrenzt werden die Zuschüsse für KWK-Strom ab einem jährlichen Gesamtbetrag (bundesweite Gesamtförderung) von 1,5 Milliarden € pro Kalenderjahr. Dabei ist die Förderung von Wärme- und Kältenetze sowie -Speicher auf 150 Millionen € begrenzt

 

 

Wärme- und Kältenetze (Abschnitt 4 KWK-G)

• Förderfähigkeit liegt nur vor, wenn die Inbetriebnahme bis zum 31.12.2022 erfolgt

• Innerhalb von 36 Monaten muss mind. 60 % der Einspeisung (Versorgung der Abnehmenden) aus KWK-Anlagen stammen (auch industrielle, ohne zusätzlichen Brennstoff bereitgestellte Abwärme gilt als KWK-Wärme)

• Ebenfalls förderfähig sind 1. sog. Netzverstärkungsmaßnahmen (bei Erhöhung der transportierbaren Wärmemenge von mind. 50 % im betroffenen Trassenabschnitt), 2. Zusammenschlüsse von Wärme- bzw. Kältenetze, 3. Anbindung von KWK-Anlagen an bestehende Wärme- bzw. Kältenetze, 4. Umbau bestehender Wärmenetze zur Umstellung ovn Heizdampf auf Heizwasser (bei Erhöhung der transportierbaren Wärmemenge von mind. 50 % im betroffenen Trassenabschnitt)

• neu verlegte Wärme- und Kältenleitungen mit einem Nenndurchmesser von bis zu 100 mm werden mit 100 € je laufenden Meter bezuschusst (höchstens aber bis zu 40 % der ansatzfähigen Investitionskosten)

• Größere Leitungen werden mit bis zu 30 % der ansatzfähigen Investitionskosten des Neu- bzw. Ausbaus gefördert (gilt auch für den Umbau von Heizdampf auf Heizwasser)

• Zulassung erfolgt über Antragsverfahren des BAFA (zwingende Angaben Angaben sind: Angaben zum Antragsteller und Netzbetreiber, Projektbeschreibung, Auflistung der Investitionskosten, Datum der Inbetriebnahme, Bescheinigungen über Erfüllung der Zulassungsvoraussetzungen)

• Antrag muss bis zum 1. Juli des Folgejahres nach der Inbetreibnahme eingereicht werden

Wärme- und Kältespeicher (Abschnitt 5 KWK-G)

• Förderfähig, wenn Wärme- und Kältespeicher mind. 1 m³ Wasseräquivalent Kapazität oder mind. 0,3 m³/kW elektrische Leistung vorweisen

• Inbetriebnahme muss bis zum 31.12.2022 erfolgen

• Der mittlere Wärmeverlust darf 15 Watt pro m² Behälteroberfläche nicht erreichen

• Anlage muss Signale des Strommarktes empfangen und technisch auf diese Signale reagieren können

• Zuschlag beträgt 250 € pro m³ Wasseräquivalent des Speichervolumens (bei Speichern mit einem Volumen von mind. 50 m³ aber höchstens 30 % der Investitionskosten)

• Zulassung ebenfalls per Antrag

• Antrag muss bis zum 1. Juli des Folgejahres nach der Inbetriebnahme eingereicht werden

KWK-Umlage (Abschnitt 6 KWK-G)

• KWK-Umlage wird auf das Netzentgelt aufgeschlagen

• Höhe der KWK-Umlage ist für Unternehmen ab einem Stromverbrauch von mindestens 1 Gigawatt (pro Abnahmestelle und Jahr) auf 0,04 ct/kWh für den darüber hinaus verbrauchten Strom begrenzt

• Für Unternehmen des produzierendes Gewerbes mit Stromkosten von über 4 % des Umsatzes und einem Stromverbrauch von über 1 Gigawatt gilt die obige Begrenzung auf 0,03 ct/kWh

• Inanspruchnahme der Umlagen-Vergünstigung durch Antrag beim Netzbetreiber

Sonstiges zum KWK-G

• Nach § 19 EEG vergüteter KWK-Strom ist nicht förderfähig

• Fernwärme-Verdrängungsverbot: neue KWK-Anlagen dürfen bestehende Anlagen nicht verdrängen (außer der Betreiber veranlasst oder genehmigt dies)

• KWK-Anlagenbetreiber haben Recht auf Ausstellung eines Stromerzeuger-Zertifikats (ausgestellt durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle - BAFA).

• BAFA erläutert in der Kategorie "Kraft-Wärme-Kopplung" den aktuellen Stand zur Gesetzgebung und gibt Hinweise zum Antragserfahren