EEG 2014

Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Das Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist im stetigen Wandel. Das aktuelle EEG wurde im August 2014 veröffentlicht. Eine Überarbeitung ist zum Jahr 2017 geplant. Im Folgenden sind wichtige Informationen des EEG 2014 stichpunktartig festgehalten. Im Download-Bereich (rechte Randspalte) stehen außerdem diverse Merkblätter sowie der aktuelle Gesetzestext frei zur Verfügung.

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Ziele des EEG 2014

• Die Kosten für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien senken

• Die momentan herrschende Überförderung abbauen (dabei soll eine Konzentration auf Windenergie und Photovoltaik hergestellt werden)

 

EEG-Umlagen-Beteiligung bei Eigenversorgung

• Neu errichtete Anlagen müssen sich an der EEG-Umlage beteiligen (auch bei Eigenversorgung), Bestandsanlagen sind von der Pflicht der EEG-Umlagen-Beteiligung befreit.

• Neu errichtete Anlagen mit weniger als 10 kW Leistung (bzw. mit einem Eigenverbrauch von höchstens 10 MWh im Jahr) sind ebenfalls umlagebefreit.

• Alle anderen Anlagen müssen sich an der EEG-Umlage beteiligen (EEG-Umlage liegt bis zum 31.12.2015 bei 30 %;  2016 steigt sie auf 35 %; ab 2017 beträgt die Beteiligung 40 %).

• Für das Berechnungsjahr 2014 beträgt die EEG-Umlage 6,24 Cent/kWh.

Besondere Ausgleichsregelung

EEG-Umlage bei stromkostenintensiven Unternehmen (§ 64)

• Für stromkostenintensive Unternehmen aus Branchen, die im internationalen Wettbewerb stehen (Liste 1 oder 2 des Anhang 4 EEG 2014) reduziert sich die EEG-Umlage.

• Die Stomkostenintensität (das Verhältnis von den durchschnittlichen Stromkosten zur durchschnittlichen Bruttowertschöpfung der letzten 3 Jahre) für Unternehmen der Branchen aus Liste 1 muss mindestens 16 % (ab dem Bezugsjahr 2016: 17 %), für Unternehmen der Branchen aus Liste 2 mindestens 20 % betragen.

• Der Stromverbrauch muss mindestens 1 GWh betragen.

• Ein zertifiziertes Energiemanagementsystem (EnMS) bzw. ein alternatives System zur Bewertung der Energieverbräuche wird vorausgesetzt (bei einem Stromverbrauch von mehr als 5 GWh muss ein zertifiziertes EnMS vorliegen).

• Sind diese Voraussetzungen erfüllt, reduziert sich die EEG-Umlage nach der ersten GWh auf 15 %.

• Unternehmen, die 2014 einen Begrenzungsbescheid erhalten haben, aber nun aus der Regelung herausfallen würden, erhalten weiterhin eine EEG-Umlagen-Reduzierung (20 %) sofern ihre Stromkostenintensität (Verhältnis von Stromkosten zu Bruttowertschöpfung des letzten Geschäftsjahres) mindestens 14 % beträgt ( = Härtefallregelung des § 103 EEG 2014).

Weitergehende Informationen und Hinweise zum Antragsverfahren sind beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unter der Kategorie "Besondere Ausgleichsregelung" ausführlich beschrieben.

Ausbaukorridore und Direktvermarktung

• Ausbaukorridore ermöglichen einen „atmenden Deckel“ für die Förderung (= wenn der Ausbaukorridor überschritten wird, werden die Förderungen prozentual gekürzt; sollte der Ausbaukorridor hingegen deutlich unterschritten werden, werden die Förderungen dementsprechend prozentual erhöht).

• Mit der EEG-Novelle 2014 wurde die verpflichtende Direktvermarktung eingeführt: Strom aus neuen Anlagen über 500 kW Nennleistung (ab 2016 über 100 kW Nennleistung) muss selbst vermarktet werden (Abweichungen von der Direktvermarktung gibt es nur noch in Ausnahmefällen).

• Die Vergütung der Direktvermarktung erfolgt über die Marktprämie (diese erhält der Anlagenbetreiber vom Netzbetreiber).

Einen genauen Überblick über die Förderungen erhalten Sie im Merkblatt zu den EEG-Förderungen und in den Faktenblättern des BMWi.

Umstellung auf Ausschreibungen

• Die Bundesnetzagentur (BNetzA) übernimmt das Verfahren der Ausschreibungen

• Zunächst wird das System der Ausschreibungen bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen projektiert (Ziel ist es, die Förderhöhe für Strom aus Photovoltaik-Freiflächenanlagen über Ausschreibungen zu regeln)

• Gefördert wird nur, wer eine Zusage durch Ausschreibung von der BNetzA bekommt

Anlagenregister

• Um den bundesweiten Ausbau genau bestimmen zu können, wurde zum 01.08.2014 ein Anlagenregister erstellt (alle neu errichteten Anlagen sind dort gelistet).

• Eine Registrierung durch den Anlagenbetreiber ist Voraussetzung für eine ungekürzte Förderung.

• Die Verwaltung des Anlagenregisters liegt in den Händen der Bundesnetzagentur.

Festlegung technischer Vorgaben

• EE- sowie KWK-Anlagen mit einer installierten Leistung von mind. 100 kW müssen über technische Einrichtungen verfügen, mit denen der Netzbetreiber jederzeit 1. die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren und 2. die Ist-Einspeisung abrufen kann.

• Sind mehrere Anlagen gleicher EE-Träger über denselben Verknüpfungspunkt mit dem Netz verbunden, benötigen sie eine gemeinsame technische Einrichtung, mit der der Netzbetreiber 1. die gesamte Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren und 2. die gesamte Ist-Einspeisung der Anlagen abrufen kann.