Energieeffizienz-Monitoring für das sächsische Gewerbe

EV_sächs. BranchenDetailansicht öffnen Kumulierter Energieverbrauch sächsischer Wirtschaftszweige ab 1996.
  • Im Auftrag des Sächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr betreibt die SAENA das Projekt „Energieeffizienz-Monitoring für das Verarbeitende Gewerbe in Sachsen". Ziel ist die Darstellung der jährlichen Entwicklung der Energieeffizienz seit 1996 von ausgewählten Branchen des Verarbeitenden Gewerbes mithilfe der Kennzahl Energieintensität.
  • Das Monitoring zeigt Tendenzen in der energetischen Entwicklung für die sächsische Wirtschaft, sodass sich Unternehmen in ihrer Branche einordnen können. Des Weiteren wird es für politische Entscheidungen hinzugezogen.
  • Die Energieintensität (EI) ergibt sich aus dem Verhältnis des witterungs- und temperaturbereinigten Energieverbrauchs (EV) und der preisbereinigten Bruttowertschöpfung (BWS). Eine hohe Energieintensität spiegelt demnach eine schlechte Energieeffizienz wieder.
  • Konkrete Energieeffizienzmaßnahmen und deren Einsparpotenziale werden anhand von Best-Practice-Unternehmen im Energieportal Sachsen vorgestellt.
  • Nachfolgend sind die betrachteten Wirtschaftszweige (WZ) und deren Energieintensitäten abhängig von BWS und Energieverbrauch dargestellt. Für acht ausgewählte Branchen werden anteilig am Energieverbrauch die Energieträger sowie ein Bundesvergleich dargestellt.
Chemie1_BWSDetailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für die Herstellung von chemischen Grundstoffen in Sachsen.
  • Für die Energieintensität der chemischen Grundstoff-Industrie weist Sachsen ab dem Jahr 2011 einen bis zu zweifach höheren Wert als der Bund auf. Es ist kein vergleichbarer Verlauf erkennbar. In den Jahren 2010 – 2013 ist für Sachsen ein sehr starker Anstieg um knapp 80 % zu verzeichnen. Bereits im Folgejahr 2014 ist ein starker Abwärtstrend um 20 % ersichtlich, der wahrscheinlich für die nächsten Jahre beibehalten wird.

  • Im Vergleich ist auf Bundesebene ein Einschnitt im Jahr 2009, bedingt durch die Wirtschaftskrise, ersichtlich. In den nachfolgenden Jahren weist die Energieintensität einen nahezu konstanten Verlauf auf.

Chemie2Detailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für die Herstellung von sonstigen chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen in Sachsen.
DV-Geraete_EIDetailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für die Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen in Sachsen.
  • Bei der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen weist Sachsen z. T. eine dreifach höhere Energieintensität als der Bundes-durchschnitt auf.
  • Die Energieintensität fällt, bedingt durch die Wirtschaftskrise, im Jahr 2009 auf Landes- und Bundesebene ab. Für den weiteren Verlauf zeigt Sachsen nahezu eine Stagnation der Werte, die sich auf das Anfangslevel von 2008 bei ca. 3,5 PJ / Mrd. EuroBWS einstellt. Im Vergleich liegen die Bundesdaten nach der Wirtschaftskrise 30 % unterhalb ihres Ausgangswertes und es ist eine fortlaufende Senkung der Energieintensität zu vermuten.
el. AusrüstungenDetailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für die Herstellung von elektrischer Ausrüstung in Sachsen.
Ernährung_BWSDetailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für die sächsische Ernährungsindustrie.
  • Der Ernährungssektor berücksichtigt neben der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln ebenfalls die Herstellung von Getränken.
  • Sowohl für Bund als auch Sachsen ist ab dem Jahr 2008 ein kontinuierlicher Aufwärtstrend der Energieintensität erkennbar. Auf Bundesebene ist über die Jahre ein Zuwachs von 3 % zu erkennen, wogegen in Sachsen ein starker Anstieg von über 50 % zu verzeichnen ist. Generell weist der Bund eine höhere Energieintensität für diesen Sektor auf.
FahrzeugbauDetailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für den WZ08-30 in Sachsen.
Glas_BWSDetailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für die Branche Glas, Keramik und Verarbeitung von Steinen und Erden in Sachsen.
  • Im Wirtschaftssektor Glas, Keramik und Verarbeitung von Steinen und Erden bewegen sich Bund und Sachsen aktuell auf einem gleichen Level der Verbesserung der Energieeffizienz um 8 – 9 %. Im dazwischenliegenden Verlauf sind jedoch Unterschiede erkennbar und der Bund weist prinzipiell eine durchschnittlich 15 % höhere Energieintensität auf. 2009 bewirkt die Wirtschaftskrise bundesweit einen doppelt so starken Einschnitt wie in Sachsen. Im Folgejahr kehrt Sachsen etwa auf das Ausgangslevel zurück, ehe ab 2011 eine Abnahme der Energieintensität zu verzeichnen ist. Für den gesamtdeutschen Durchschnitt ist bis 2011 ein zunehmender Kennwert ersichtlich, bevor anschließend eine langsame, kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz einsetzt.

  • Wird nur das Bundesland betrachtet, so zeigt das Jahr 2015 einen ungewöhnlichen und aktuell nicht nachvollziehbaren hohen Energieintensitätswert, der eine Steigerung um 76 % im Vergleich zum Vorjahr aufweist.

  • Der Kohle-Anteil am sächsischen Energieverbrauch nimmt im Zeitraum 2003 bis 2015 um ca. 6 % zu. Aktuell beträgt der Kohle-Anteil ca. 8 % am gesamten Energieverbrauch der Branche.

GummiDetailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für den WZ08-22 in Sachsen.
Holz_BWS Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für die Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren in Sachsen.
Kfz_EIDetailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für die sächsische Automobilindustrie.
  • Für den WZ08-29 verzeichnen nur die Landesdaten einen Anstieg infolge der Wirtschaftskrise im Jahr 2009. Bewirkt wurde dies durch einen Rückgang im Umsatz, dargestellt durch die BWS, bei einem nur minimal rückläufigen Energieverbrauch. Im Folgejahr 2010 sinkt sowohl auf Landes- als auch Bundesebene die Energieintensität auf ca. 80 % vom jeweiligen Basisjahr 2008; anschließend sind gegenläufige Verläufe zu beobachten. So steigt bis 2013/14 die sächsische Energieintensität um 16 %, wogegen jene vom Bund um 7 % abnimmt.

  • Tendenziell ist zu vermuten, dass in Sachsen die Energieintensität in den nächsten Jahren leicht abnimmt und auch bundesweit ist weiterhin ein Abwärtstrend zu erwarten. Umstrukturierungen in der Automobilbranche hin zur Elektromobilität können zukünftige Verläufe beeinflussen.

Maschbau_EIDetailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für die Branche Maschinenbau in Sachsen.
  • Seit 1996 ist die Energieintensität in der sächsischen Maschinenbau-Branche um 114 % gesunken ist.

  • Die Wechsel der Wirtschaftszweig-Klassifikationen in den Jahren 2003 und 2008 bewirkt jeweils einen zwischenzeitlichen Anstieg der Energieintensität um 10 %. Unterschiedliche Zuordnungen der Branchen in den Wirtschaftszweigen erklären diese Differenzen.

  • Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 sind durch einen deutlichen Anstieg der Energieintensität um 14 % erkennbar. Es ist zu beachten, dass dabei die BWS nur bedingt die Energieintensität beeinflusst, da der Energieverbrauch auslastungsbereinigt ist. Bis 2013 sind nur leichte Schwankungen von 1-5 % zu verzeichnen, ehe 2014 die Energieintensität auf ein niedrigeres Level absinkt. Ursache hierfür ist eine hohe BWS, bei einem nur geringen Anstieg des Energieverbrauchs. Dies spiegelt eine gute wirtschaftliche Konjunktur wider.

  • Tendenziell ist anzunehmen, dass die Energieintensität der Branche Maschinenbau in den nächsten Jahren, bis auf minimale Schwankungen, relativ konstant verläuft.

  • Bund und Land weisen   bis zum Jahr 2009 ähnliche Energieintensität-Werte auf. Anschließend liegt Sachsen durchschnittlich 20 % über dem Bundesdurchschnitt. Es wird ersichtlich, dass die Wirtschaftskrise im sächsischen Raum (+ 14 %) einen mehr als dreimal so großen Einfluss hatte wie im Vergleich zur Bundesebene (+ 4 %).
  • In der Maschinenbau-Branche wird der Energieverbrauch zu 80 % aus Strom und Erdgas bezogen. Der restliche Anteil bezieht sich Großteiles auf die Verwendung von Fernwärme und Heizöl. Für die Energieträger Erdgas (-14 %), Fernwärme (-59 %) und Heizöl (-68 %) ist ein Abwärtstrend im anteiligen Verbrauch zu verzeichnen. Dies ist hauptsächlich durch die Zunahme des Stromanteils um 50 % bedingt. Erst seit dem Jahr 2007 werden in diesem Wirtschaftssektor erneuerbare Energieträger genutzt. Nach einem Maximum von knapp 1,5 % im Jahr 2013 ist der Anteil stark gesunken. Tendenziell ist anzunehmen, dass die Maschinenbau-Branche zukünftig nicht weiter ihren Energieverbrauch über die erneuerbaren Energieträger bezieht.
     

Metall1Detailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für die Metallerzeugung und –bearbeitung in Sachsen.
Metall2_BWSDetailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für den sächsischen Sektor Herstellung von Metallerzeugnissen.
  • Bis 2013 weisenBund und Land einen nahezu gleichen, relativ konstanten Verlauf der Energieintensität auf. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die sächsische Herstellung von Metallerzeugnissen ein Drittel energieintensiver als der bundesdeutsche Vergleich. Erst im Jahr 2014 verbessert sich die Energieintensität deutlich.

  • Tendenziell ist zu erwarten, dass sich der sächsische Trend den bundesweiten Werten immer mehr an-passt.

Papier_BWSDetailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für die Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus in Sachsen.
  • Bei der Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus hat Sachsen eine durchschnittlich 15 % geringere Energieintensität und somit eine bessere Energieeffizienz als Gesamtdeutschland.
  • Während der Wirtschaftskrise 2009 ist für Bund und Land die Energieintensität rückläufig. Bedingt werden diese Verläufe durch einen sinkenden Energieverbrauch und einer leicht ansteigenden BWS. Da der Energieverbrauch auslastungsbereinigt ist, sollte der Effekt der Wirtschaftskrise kompensiert worden sein. Es ist zu vermuten, dass weitere Faktoren Einfluss auf die Energieintensität haben, die im Monitoring noch nicht berücksichtigt wurden und den gegenläufigen Verlauf zur Konjunkturentwick-lung erklären.
  • Nachwirkend stieg im Jahr 2010 für den Bund die Energieintensität um 9 %, in Sachsen sogar um 12 %. Nach der Erholung ist bei beiden Betrachtungen eine Abnahme der Energieintensität und somit eine Steigerung der Energieeffizienz erkennbar. Prinzipiell nimmt die Kennzahl auf sächsischer Ebene stärker ab.
  • Die Papier-Branche hat mit durchschnittlich 15 % den höchsten Kohle-Anteil am Energie-verbrauch von den sächsischen Wirtschaftszweigen 1. Priorität.
Textil_BWSDetailansicht öffnen Einfluss von Energieverbrauch (EV) und Bruttowertschöpfung (BWS) auf die Energieintensität (EI) für die sächsische Textilindustrie.