Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

Schonender Umgang mit Energie und Ressourcen sind die Hauptziele des Nachhaltigen Bauens. Dafür gibt es verschiedene Bewertungssysteme weltweit, die zur Qualitätssicherung des Bauens aber auch zur Zertifizierung herangezogen werden. Das deutsche System des Bundes „BNB“ ist kostenfrei und frei verfügbar.

Die Sächsische Energieagentur beteiligt sich mit 2 Referenten an der Weiterbildung von Ingenieuren und Architekten zum Sachverständigen für Nachhaltiges Bauen (BNB) der Ingenieurkammer Sachsen.

Bei der Bewertung werden alle Phasen des Lebenszyklus' eines Gebäudes berücksichtigt. Angestrebt wird die Optimierung verschiedenster Einflussfaktoren. Die durchschnittliche Nutzungszeit wird mit 50 – 100 Jahren angenommen.

Drei Dimensionen des Nachhaltigen Bauens Drei Dimensionen des Nachhaltigen Bauens

„Ziel von Bewertungssystemen ist es, die Qualität der Nachhaltigkeit von Gebäuden und baulichen Anlagen in ihrer Komplexität zu beschreiben und zu bewerten. Dieser Prozess soll mit der Planung beginnend über die Bauausführung, Nutzung, Wartung, Instandhaltung bis hin zum Abbruch von Gebäuden und baulichen Anlagen zu einer höheren Bauqualität führen. Auch Modernisierungsansätze können grundsätzlich bewertet werden.

Die Bewertungssysteme sollen die Bedeutung gesellschaftlich anerkannter Ziele und Inhalte angemessen berücksichtigen und eine ausgewogene Bewertung ökologischer, ökonomischer, sozialer, funktionaler und technischer Aspekte bei gleichzeitiger Betrachtung der Qualität von Prozessen der Planung, Realisierung und Bewirtschaftung ermöglichen. Des Weiteren können Standortmerkmale ausgewiesen werden. Derartige Bewertungssysteme können als Planungs-/Orientierungshilfe für das Planen und Ausführen bzw. als Arbeitsmittel für die Qualitätssicherung verwendet und/oder als Qualitätssicherungssysteme mit einer Zertifizierung verbunden werden.“ (Aus „Bekanntmachung über die Nutzung und die Anerkennung von Bewertungssystemen für das nachhaltige Bauen“)

  • Historie

Erstmalig wurde der Begriff der „Nachhaltigen Entwicklung“ 1987 mit dem Bericht „Our Common Future“ der sogenannten Brundtland-Kommission definiert. Auch in Deutschland entstanden daraufhin Initiativen zur Definition eines Leitbildes mit dem Fokus auf „Bauen und Wohnen“. Mit der 2002 verabschiedeten Nachhaltigkeitsstrategie machte die Bundesregierung Nachhaltigkeit zu einem Grundprinzip ihrer Politik. Im Baubereich wurde der Bund seiner Vorbildfunktion für Baukultur und Nachhaltigkeit bei seinen eigenen Baumaßnahmen mit der Einführung des Leitfadens Nachhaltiges Bauen und der Anwendung des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen für neu errichtete Verwaltungs- und Bürogebäude seit 2011 als ein Instrument zur Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden gerecht. Entwickelt wurde das frei zugängliche System für Bundesbauten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e. V. (DGNB), die ein eigenes System vorhält.