31.01.2019, Dresden

Klimaschutz im Unternehmen geht nur mit den Mitarbeitern – Green Nudging startet in Sachsen

Unternehmen, die ihre Energie- und Klimabilanz verbessern wollen, kommen nicht umhin, ihre Mitarbeiterschaft bei diesen Themen mitzunehmen. Denn: ihr Verhalten trägt im Unternehmen maßgeblich zum Energieverbrauch bei. Dabei sehen sich die Unternehmen allerdings mit einem allzu menschlichen Phänomen konfrontiert: Obwohl das Wissen über Klimaschutz und das Umweltbewusstsein in der Gesellschaft stetig steigen, führt dieses nicht zwingend zu verändertem Handeln, weder im privaten Umfeld noch am Arbeitsplatz. Genau an dieser Herausforderung setzt die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH gemeinsam mit den Kooperationspartnern aus Bremen, Berlin und Baden-Württemberg mit dem Projekt „Green Nudging“ an, das im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Geplant ist, 10 sächsische Unternehmen zur Teilnahme zu gewinnen. Interessierte Unternehmen können sich unter info@saena.de oder per Telefon 0351 49103163 informieren.

„Zu klimafreundlichem Handeln Anstöße geben, das wird unsere Aufgabe sein. Das versuchen wir einmal unkonventionell, ohne die sonst üblichen Informationskampagnen, Appelle, finanziellen Anreize oder Gebote. Wir werden es den Mitarbeitenden leichtmachen, intuitiv klimafreundlich und energieeffizient zu handeln“, erklärt Christian Micksch, Geschäftsführer der SAENA. Grundlage ist dabei das „Nudging“ (engl. anstoßen), ein Konzept aus der Verhaltensökonomik von Begründer Richard Thaler, einem amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler. In einer Pilotphase begleiten energiekonsens, die Klimaschutzagentur für das Land Bremen und das Institut für Verbraucherpolitik ConPolicy aus Berlin zehn Unternehmen aus Bremen und Bremerhaven bei der Entwicklung und Implementierung individueller auf das Unternehmen und die Arbeitsstrukturen zugeschnittener Maßnahmen zum Klimaschutz, den sogenannten Nudges. „Dabei springt für die Unternehmen weitaus mehr heraus, als das bloße Energie sparen“, weiß Martin Grocholl, Geschäftsführer der Bremer Klimaschutzagentur: „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in Veränderungsprozesse eingebunden und tragen aktiv zur Corporate Social Responsibility des Unternehmens bei. Die gewonnenen Erkenntnisse können auch in anderen Unternehmensbereichen angewandt werden.“

 

Nach einer einjährigen Pilotphase wird es eine weitere Erprobungsphase in Bremen, Dresden und Heidelberg geben. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Berliner Institut ConPolicy. „Mit dem Projekt Green Nudging haben wir die Möglichkeit, die bisher insbesondere im Verbraucher-Bereich erprobten verhaltensökonomischen Erkenntnisse des Nudgings nun auch im Unternehmensbereich auf Mitarbeitende anzuwenden und wissenschaftlich zu durchleuchten“, freut sich Prof. Dr. Christian Thorun, Geschäftsführer von ConPolicy. Ziel ist es, das Instrument Nudging für den Einsatz in Unternehmen zu erforschen, Prozesserfahrung zu sammeln und die entwickelten Nudges öffentlich bereitzustellen, so dass bundesweit Unternehmen zu Nachahmern werden können.

 

Green Nudging ist ein gemeinsames Projekt von energiekonsens, ConPolicy – Institut für Verbraucherpolitik in Berlin, der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis (KliBA) und der Sächsischen Energieagentur – SAENA GmbH. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen der Nationalen Klimaschutz Initiative NKI. Die Laufzeit von drei Jahren endet im Oktober 2021.

 

Die Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH ist das unabhängige Kompetenz- und

Beratungszentrum zu den Themen erneuerbare Energien, zukunftsfähige

Energieversorgung und Energieeffizienz. Gesellschafter sind der Freistaat Sachsen und

die Sächsische Aufbaubank – Förderbank –.

Ansprechpartner:
Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH
Marc Postpieszala
Telefon: 0351 4910-3163
E-Mail: marc.postpieszala@saena.de