Energiemanagement in Kirchgemeinden

Kirchgemeinden als Teil der Gesellschaft übernehmen Verantwortung für den Klimaschutz. Hierfür sind eine energiesparende Bauweise der Gebäude und der Einsatz zukunftsfähiger und energiesparender Techniken unverzichtbar. Der bewusste tägliche Umgang mit Strom, Wärme und Wasser ist notwendig und betrifft jeden einzelnen. Dazu müssen die Verantwortlichen in Kirchengemeinden immer wieder das Bewusstsein schärfen und motivierende Impulse setzen, Informationen verfügbar machen und Beratungsmöglichkeiten nutzen.

Kirche der Diakonie Kliniken Zschadraß Ansicht der Kirche der Diakonie Kliniken Zschadraß, Im Park, Zschadraß

In diesem Jahr startete unser Praxistag "Umwelt- und Energiemanagement in sächsischen Kirchgemeinden" am Samstag, den 27.10.2018 nach dem Mittag als „zweite“ Tagesetappe des 3. Ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit in Sachsen von Bad Lausick nach Colditz. Am 9.12. wollen die Pilger den Weg von Bonn nach Katowice (Kattowitz) in Polen geschafft haben. Dort beginnt am 3. Dezember die nächste Welt-Klimakonferenz COP24.

In der Kirche der Diakonie Zschadraß trafen Pilger,Vertreter sächsischer Kirchgemeinden, Energieberater aufeinander, um ihre unterschiedlichen Erfahrungen auszutauschen. Zschadraß ist eine Kommune, die mit der Einbindung von erneuerbaren Energien und nachhaltigem Bauen zukunftsfähige Projekte geplant und umgesetzt hat. Die Erträge aus Wind- und Sonnenenergie fließen in kommunale und soziale Projekte wie Kindergarten, Sommerlager oder Gemeindefahrdienst. Auf einer Exkursionsrunde konnten sich die Teilnehmer am Samstag selbst ein Bild davon machen. Die Pilger aus Schweden, den Niederlanden und aus allen Teilen Deutschlands erzählten lebhaft von ihrem Weg durch die Kohlereviere. Erfahrungen aus anderen Aktionen, Projekten und Initiativen wurden untereinander ausgetauscht. Der Gastreferent aus Jena, Nikolaus Huhn, übergab den Pilgern ein Stück Kohle mit der Bitte, dieses in Katowice der Erde zurückzugeben.

Bei den Vorträgen und den vielen Gesprächen wurde eines ganz klar: Wir können alle etwas tun. Es sind nicht immer die ganz großen Taten. Wenn wir alle gemeinsam konstant die kleinen Schritte gehen, kommen wir dem Ziel von mehr Klimaschutz und -gerechtigkeit ein ganzes Stück näher.

 

 

Einführung eines Energiemanagements
Mit der Einführung eines Energiemanagements in Kirchgemeinden kann der Energieverbrauch und damit sowohl die Betriebskosten als auch die CO2-Emissionen reduziert werden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf gering-investiven und kurzfristig umsetzbaren Einsparmaßnahmen. Ansatzpunkte liegen in der Minderung der Energieverbräuche im Gebäude, in einer effizienten Anlagentechnik sowie im Einsatz erneuerbarer Energien für Strom und Wärme.

Der Flyer „Energiemanagement in sächsischen Kirchgemeinden“  erläutert den Einführungs- und Aufbauprozess und gibt praktische Hilfestellungen. Ebenfalls lesenswert eine Broschüre des Umweltbundesamtes (UBA) zu möglichen Kooperationspartnern für Kirchen beim Thema Umweltschutz.

Erster Schritt zum Energiemanagement - Die Initialberatung

Eine Initialberatung durch erfahrene, unabhängige Energieberater soll den Einstieg in die Themen Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien erleichtern. Sie soll der Aufdeckung von Schwachstellen dienen und Hinweise auf vorhandenes Einsparpotential geben. Ein weiterführender Schritt kann die Durchführung von Initialmessungen sein.


Pilotprojekte aus sächsischen Kirchgemeinden

2009 startete ein Pilotprojekt zur Initialberatung in Kirchgemeinden, an dem sich 22 Gemeinden im Freistaat Sachsen beteiligten. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse und eine Übersicht über die empfohlenen Maßnahmen und das Energieeinsparpotenzial der einzelnen Kirchgemeinden sind als PDF hinterlegt.