23.10.2018, Dresden

Fahrszenen beherrschen: mit Sicherheit! – Experten berieten am 17.10. in Dresden über Fahrassistenzsysteme & Automatisiertes Fahren

Wie sicher kann das hochautomatisierte Fahren in Zukunft sein? Welche Anforderungen müssen Fahrer und Fahrzeug erfüllen, damit der Straßenverkehr der Zukunft ein sicherer sein wird? Wie kann ein automatischer Chauffeur oder eine Chauffeur-Teilfunktion die Typgenehmigung und die Hauptuntersuchung absolvieren? Zu diesen und weiteren Fragen haben sich am 17.10.2018 im Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI in Dresden Wissenschaftler und Entwickler der Verkehrsunfallforschungen und der Prüfeinrichtungen gemeinsam mit Ingenieuren und Softwareentwicklern sowie Vertretern des SMWA und der SAENA zur Halbzeitpräsentation des SePIA-Projektes getroffen.

Einen ganzen Tag lang wurde informiert und intensiv diskutiert. Automatisiertes Fahren, Vernetzung und Intelligente Verkehrssysteme haben das Potential, Verkehrsprobleme zu lösen. Doch welche Anforderungen sind an hoch- und vollautomatisierte Fahrzeuge zu stellen? Auch dazu wurde nach Lösungen gesucht. Entstanden ist die gemeinsame Bekundung, nach der Projektlaufzeit im Mai 2020 eine einmalige, komplexe und offene Datenplattform mit Daten zu unterschiedlichen Verkehrssituationen im Straßenverkehr zu schaffen. Diese kann Wegbereiter sein, hochautomatisiertes Fahren in der Zukunft sicher zu gestalten.

 

Derzeit gibt es sowohl für die Zulassung neuer Modelle als auch für die regelmäßige technische Prüfung von Kraftfahrzeugen mit hochautomatisierten Fahrfunktionen keine geeigneten und allgemein anerkannten Test- und Prüfkonzepte. Die herstellerunabhängige SePIA-Plattform wird unterstützen, diese zu entwickeln. Zunächst werden durch die Projektpartner (s. Info-Box) tausende Fahr- und Kreuzungssituationen in Sachsen und Umgebung gesammelt und kategorisiert. Zusätzlich zu den Datensätzen sogenannter „Normalfahrten“ fließen alle vorhandenen Unfalldaten in die Plattform ein, um hochautomatisierte Fahrzeuge insbesondere auch für kritische Fahrmanöver abzusichern. Als Bewertungsmethode dient eine virtuelle Simulation, die auf einem Szenarien-Katalog basiert. Damit bietet die SePIA-Datenplattform eine Grundlage für die zukünftige Zulassung von neuen Modellen, die Weiterentwicklung der Hauptuntersuchung und die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen für die Automobilhersteller.

 

Im Rahmen des Treffens wurde deutlich, wie gut der Wissenschaftsstandort Dresden mit unikalen Einrichtungen wie dem Fraunhofer IVI, der FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH, der Verkehrsunfallforschung VUFO, der TU Dresden und HTW Dresden aufgestellt ist, aber auch in welcher Breite Know-how in Sachsen vorhanden ist und von guter Vernetzung der verschiedenen Fachbereiche profitieren kann. Professor Horst Brunner, Profi auf dem Gebiet der Unfallforschung, betonte nachdrücklich, dass anhand der steigenden Pkw-Zahlen im Verkehr weltweit, die Bemühungen auf dem Gebiet der Fahrzeugsicherheit zielstrebiger und v.a. hier vor Ort wissenschaftlich weiterzutreiben sind. Ingenieure haben somit die Verantwortung, nur sichere Fahrzeuge auf die Straße zu bringen.

 

SePIA ist eines von mehr als 10 Projekten, das im Rahmen des Leitbildes „Synchrone Mobilität 2023“ über die sächsische EFRE-Technologieförderung gefördert wird. Ziel der Synchronen Mobilität 2023 ist es, die Kernkompetenzen sächsischer Industrie- und Forschungsunternehmen zu bündeln und innovative Forschungsergebnisse zu neuen Fahrzeugkonzepten, Assistenzfunktionen, IT-Vernetzungen, Kommunikations-, Ortungs- und Navigationstechnologien sowie kooperativen Verkehrssteuerungen exemplarisch im digitalen Testfeld Dresden zu etablieren.

Die Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH ist das unabhängige Kompetenz- und Beratungszentrum zu den Themen erneuerbare Energien, zukunftsfähige Energieversorgung und Energieeffizienz. Gesellschafter sind der Freistaat Sachsen und die Sächsische Aufbaubank – Förderbank –. Seit 2014 koordiniert die Kompetenzstelle Effiziente Mobilität der SAENA im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr die sächsischen Aktivitäten rund um Elektromobilität und Intelligente Verkehrssysteme.

 

Info-Box:

Projektname: „SePIA - Szenarien-basierte Plattform zur Inspektion Automatisierter Fahrfunktionen“

Projektleitung:

FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH – Zentrale Stelle nach StVG
Projektpartner:

Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI

FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH – Zentrale Stelle nach StVG

TraceTronic GmbH

TU Dresden Lehrstuhl für Computergraphik und Visualisierung

TU Dresden Lehrstuhl für Kraftfahrzeugtechnik

Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden GmbH
Gefördert durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Freistaates Sachsen

Laufzeit: 01.06.2017 – 31.05.2020
Ziel: Hauptziel von „SePIA“ ist die Entwicklung und der exemplarische Aufbau einer komplexen Validierungsplattform für Fahrzeuge mit automatisierten Fahrfunktionen sowie für elektronische Teilsysteme. Dazu werden flächendeckende Unfalldaten, Informationen aus Unfallrekonstruktions-Gutachten sowie Fahrzeug- und Videodaten herangezogen und zu Validierungs- und Erprobungsszenarien zusammengefasst.
www.effiziente-mobilitaet-sachsen.de

 

Ansprechpartner:

Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH

Yvonne Jähne

Telefon: 0351 4910-3174

E-Mail: yvonne.jaehne@saena.de