03.04.2019, Dresden

Weitere 29 sächsische Unternehmen erhalten durch Wirtschaftsminister Martin Dulig die Urkunde zum sächsischen Gewerbeenergiepass

SäGEP-Urkundenempfänger in Freiberg beim Unternehmen CEP GmbH

Wie kann ein produzierendes Unternehmen seine Ausgaben senken und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit steigern? – Mit den oft unterschätzten Einsparpotentialen beim Energieverbrauch.
Mit diesen Potentialen beschäftigten sich auch im vergangen Jahr wieder 29 sächsische Unternehmen und erhielten heute von Staatsminister Wirtschaftsminister Martin Dulig mit der Urkunde sächsischer Gewerbeenergiepass (kurz: SäGEP) eine Auszeichnung für Ihr Engagement. Der Empfang fand vor Ort bei der CEP – Compound Extrusion Products GmbH in Freiberg statt. Die Firma von Geschäftsführer Dr. Wolfram Möhler ist Spezialist für Kupfer-Hochtemperaturwerkstoffe und seit diesem Jahr selbst Träger des SäGEP.

Der Wirtschaftsminister würdigte das Engagement der sächsischen Unternehmer. „Unternehmen, die sich dem Thema Energieeffizienz widmen, zeigen, dass sie in die Zukunft denken. Energie, also vor allem Strom oder Wärme, effizienter einzusetzen und den Verbrauch zu senken, wird immer mehr zum Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig leisten die Unternehmen damit auch einen wichtigen Beitrag für eine sichere und zukunftsfähige Energieversorgung. Deswegen möchte ich den Ausgezeichneten sowohl gratulieren, als auch dafür danken, dass sie sich den damit verbundenen Herausforderungen erfolgreich gestellt haben. Mit ihrem Einsatz gehen Sie mit guten Beispiel voran legen den Grundstein für eine nachhaltigere Gesellschaft.“

Babette Böhme, Geschäftsführerin der Sächsischen Energieagentur, hebt die besondere Rolle der Energieberater hervor: „Wichtig ist es, den Unternehmen qualifizierte SäGEP-Berater an die Seite zu stellen. Der SäGEP muss eine qualitativ hochwertige technisch-orientierte Energieberatung sein.“
Ausgestellt von einem durch die Sächsische Energieagentur geprüften Experten, bein-haltet der SäGEP einen umfassenden Energieberatungsbericht mit der Beschreibung technischer Maßnahmen zur Energieeinsparung und Effizienzsteigerung. Den Pass darf nur ausstellen, wer die Voraussetzungen zur Energieberatung erfüllt und von einer Kommission aus Fachexperten geprüft ist. Der SäGEP wird bereits seit 2008 vergeben und dient seitdem mehr als 250 Unternehmen als verlässliche Grundlage für Investitionsentscheidungen in Energieeffizienz.

Raum Chemnitz:

Solche Maßnahmen in ihre Energieeffizienz haben im vergangenen Jahr unter anderem auch die Alterfil Nähfaden GmbH aus Oederan sowie die in Altmittweida beheimatete Laservorm GmbH anvisiert und umgesetzt. So konnte die auf Entwicklung, Herstellung und Vertrieb innovativer Nähgarne spezialisierte Alterfil GmbH durch eine vom Freistaat sowie der EU geförderte Modernisierung der Betriebsbeleuchtung den jährlichen Strombedarf für Beleuchtung auf ein Drittel reduzieren. Dies entspricht für die Be-leuchtung einer Reduktion der CO2-Emissionen um zwei Drittel. „Während wir bei der Garnherstellung bereits gute Resultate in Sachen Energieeffizienz erzielen, hat uns der SäGEP auch Bereiche aufgezeigt bei denen wir uns noch verbessern können“ erklärt Gosbert Amrhein, Geschäftsführer der Alterfil GmbH. Mit dem ebenfalls geförderten Einbau eines im SäGEP-Bericht empfohlenen Erdkollektors zur Vorkühlung der Kalt-wasserrückläufe sowie der Erneuerung der Wärmepumpe konnte ihrerseits auch die Laservorm GmbH, Spezialist für Lasertechnik zur Materialbearbeitung, den Primär- und Sekundärenergiebedarf um gut ein Viertel verringern. „Mit den umgesetzten Maßnahmen werden wir unseren Stromverbrauch zum Betrieb des Kühlsystems deutlich reduzieren“, erläutert Thomas Kimme, Geschäftsführer der Laservorm GmbH, zufrieden.

Raum Dresden:

Auch im vergangenen Jahr haben wieder aus den verschiedensten Branchen traditionsreiche Unternehmen wie die Wehrsdorfer Werkstätten – Möbel und Innenausbau GmbH & Co. KG, die Lausitzer Früchteverarbeitung GmbH in Sohland a.d. Spree oder auch die in der Dresdner Neustadt ehemals unter „Neumanns Eis“ bekannt gewordene Glaser & Neumann GbR in ihre Energieeffizienz investiert. „Bei uns spielt und spielte natürlich der Bereich der Kältetechnik eine herausgehobene Rolle, weshalb wir immer ein besonderes Augenmerk drauf gelegt haben dort unsere Potentiale voll auszuschöpfen“, erklärt Christoph Neumann, Geschäftsführer der Glaser & Neumann GbR. „Die Empfehlungen des SäGEP haben uns da in unserem Handeln nochmals bekräftigt und mit der umfassenden Analyse auch Bereiche aufgezeigt, die nicht ganz so offensichtlich sind.“

Raum Leipzig:

Solche Maßnahmen in ihre Energieeffizienz haben unter anderem die traditionsreiche Schildauer Fleisch- und Wurstwaren GmbH in Belgern-Schildau sowie die in Wurzen OT Dehnitz beheimatete Abis Nemt GmbH und Co. KG in den vergangenen Jahren umgesetzt. So konnte die Schildauer Fleisch- und Wurstwaren GmbH umfangreiche vom Freistaat sowie von der EU geförderte Effizienzmaßnahmen in den Bereichen der Wärme- und Kältetechnik realisieren. „Speziell bei unseren Kälteanlagen als auch bei der thermischen Nachverbrennung fiel eine große Menge an Abwärme an“ erklärt Wilfried Naumann, geschäftsführender Gesellschafter bei der SFW GmbH. „Für das Erkennen und richtige Nutzen dieser Potentiale mittels Wärmerückgewinnungsanlagen war und ist der SäGEP ein wichtiges Hilfsmittel für uns“. Die Umsetzung der benannten Maßnahmen wurde denn auch zielstrebig angegangen – mit sichtlichem Erfolg. So Naumann weiter: „Mit den erhöhten Investitionen konnten wir nicht nur deutlich die Energiekosten senken und damit unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken, sondern haben mit den Maßnahmen auch unsere produktionsbedingten CO2-Emissionen reduziert und so einen Beitrag zu den deutschen Klimaschutzzielen geleistet.“

Mit dem SäGEP in der Tasche können kleine und mittlere Unternehmen zusätzlich von den Fördermitteln der Richtlinie „Energie 2014“ profitieren, denn in Sachsen wird ihnen damit ein Bonus von 10 % auf die Fördersumme gewährt. Als Fördertatbestand zählen bspw. Investitionen in die Verfahrenstechnik, Speichertechnologien, Nutzung von
Anfallenergie, Optimierung der Heizungs- und Lüftungsanlagen aber auch die Grund-erneuerung der Innen- und Außenbeleuchtung.

Die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH steht mit unabhängigen und qualifi-zierten Beratungen rund um das Thema Energieeffizienz den Kommunen, Unternehmen und Bürgern mit Rat zur Seite. Sie erreichen uns Montag bis Freitag von 08:30 – 17:30 Uhr über das Beratertelefon 0351 / 49103179 oder auch jederzeit per E-Mail info@saena.de.

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