04.11.2019, Dresden

Energie-Engagement in Sachsen – neun Städte und Gemeinden mit dem European Energy Award (eea) ausgezeichnet

ausgezeichnete eea-Kommunen am 04.11.2019

Zur 12. Jahrestagung „Kommunaler Energie-Dialog Sachsen" der Sächsischen Energieagentur - SAENA GmbH trafen sich heute in Dresden mehr als 190 kommunale Vertreter und Energieexperten. Höhepunkt dieser Tagung war die Auszeichnung von neun sächsischen Städten und Gemeinden mit dem European Energy Award (eea). Neben bereits mehrfach ausgezeichneten Kommunen standen erneut zwei neue Kommunen, die sich in diesem Jahr der externen Zertifizierung gestellt hatten.

Neu dabei sind die ostsächsische Gemeinde Kodersdorf sowie die Stadt Markkleeberg. Die Stadt Delitzsch hingegen zählt bereits zu den „alten Hasen“ mit ihrer nunmehr vierten Zertifizierung. Zum dritten Mal wurden die Städte Zwickau, Heidenau und die Gemeinden Burkhardtsdorf und Großharthau ausgezeichnet, die Stadt Wurzen zum zweiten Mal. Die Stadt Chemnitz hat die anspruchsvolle GOLD-Zertifizierung bereits zum zweiten Mal erreicht.


Mit dem European Energy Award (eea) werden die Energie- und Klimaschutzaktivitäten einer Kommunalverwaltung erfasst, bewertet, geplant, gesteuert und regelmäßig überprüft, um Potenziale der nachhaltigen Energiepolitik und des Klimaschutzes identifizieren und nutzen zu können. Der eea wird vom Freistaat Sachsen aus Mitteln des EFRE unterstützt.

 

Projektbeispiel Burkhardtsdorf
Bis zum Jahr 2020 sollen die CO2-Emissionen in Burkhardtsdorf um 40 % und bis zum Jahr 2050 um 80 % im Vergleich zu 2005 gemindert werden. Einen Beitrag dazu wird der P+R-Parkplatz am ehemaligen Bahnhof Meinersdorf leisten. Im Zuge der Einbindung in die langfristige Planung beim Ausbau des Chemnitzer Modells Stufe 2 „Ausbau Chemnitz – Thalheim“ werden hiervon Pendler profitieren. Somit konnte durch Weitsicht der Gemeinde die Voraussetzung für eine umweltfreundliche Mobilität geschaffen werden.

 

Projektbeispiel Chemnitz
Eine Fernwärmeversorgung ist die aus ökologischer Sicht optimale Variante für das Quartier Brühl. Ein Teil der benötigten Wärme wird bereits mit Hilfe einer solarthermischen Anlage aus der Kraft der Sonne gewonnen. Bei der Solarthermie wird die Sonnenenergie direkt in Wärme umgewandelt und kann so einen Wirkungsgrad von über 70 % erreichen. Diese Maßnahme ist ein Schritt um das Quartier zukünftig einfach und vollständig über regenerative Energien zu versorgen. Dabei wird nicht nur eine hohe Versorgungssicherheit durch rohrleitungsgebundene Energiequellen erreicht, sondern es wird auch regenerative Energie am Standort erzeugt und für die Kunden eingespeist.

 

Projektbeispiel Delitzsch
"Zukunft Stadtgrün" - so lautet eine Devise der Stadt Delitzsch. Mit diesem Programm wird die urbane grüne Infrastruktur in der Stadt mit den angrenzenden Landschaftsräumen verbessert und vernetzt. Für die Bevölkerung wird in Bereichen mit hoher Hitzebelastung im Stadtgebiet ein ansprechender, fußläufig erreichbarer und von Kfz freigehaltener Grüngürtel geschaffen, der eine hohe Biodiversität aufweist. Beispielsweise sollen auf den Flächen von zurückgebauten Wohnblöcken großflächig grüne Erholungsoasen und Kaltluftschneisen entstehen.

 

Projektbeispiel Großharthau

Großharthau setzt auf seine Jugend und bezieht die Schüler in den kommunalen Klimaschutzprozess mit ein. Ein „Vertrag“ zwischen der Grundschule Großharthau und der Gemeindeverwaltung besiegelt, dass die Hälfte der in der Grundschule eingesparten Energiekosten den Schülern jährlich zur freien Verfügung steht. Die Kinder erleben eigenverantwortlich unter Anleitung der Lehrer die Möglichkeiten des Energiesparens, beispielsweise beim Umgang mit dem Licht in den Klassenräumen oder dem Lüften der Klassenräume.

 

Projektbeispiel Heidenau

Das Fernwärmeversorgungsgebiet der Stadt Heidenau wurde erweitert und damit neben der Versorgung neuer Objekte auch die bisher in dem Gebiet von Heidenau-Süd mit dezentraler Fernwärme aus fossilem Brennstoff versorgten Abnehmer an die regenerative Heizwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung angeschlossen. Für das gesamte Fernwärmeversorgungsgebiet in der Stadt Heidenau wird ein hervorragender Primärenergiefaktor von 0 erreicht und eine damit einhergehende CO2-Minderung im Stadtgebiet erzielt.

 

Projektbeispiel Kodersdorf

Die Gemeinde Kodersdorf verfügt über langjährige Erfahrungen beim Einsatz und der Produktion von Holzhackschnitzeln am Sitz der Gemeindeverwaltung. Die Produktion der Holzhackschnitzel erfolgt durch den eigenen Bauhof und besteht im Wesentlichen aus dem Material des Verkehrssicherungsschnittes der eigenen Kommune. Nun wurde der denkmalgeschützte Sozialtrakt des Bauhofs energetisch saniert und ebenfalls mit den selbsthergestellten Holzhackschnitzeln beheizt.

 

Projektbeispiel Markkleeberg

Die Stadt Markkleeberg ist bereits seit vielen Jahren kontinuierlich dabei, die öffentliche Straßenbeleuchtung und die Lichtsignalanlagen zu modernisieren. Neben dem Einsatz zentraler Steuerungstechnik und einem konsequenten Zählerwesen ist hier vor allem die Umstellung auf LED-Technik zu nennen. Bereits 53 % der öffentlichen Straßenbeleuchtung wurden auf LED-Technik umgestellt – ein Trend der auch in den kommenden Jahren weiter verfolgt wird.

 

Projektbeispiel Wurzen

Die Stadt Wurzen setzt beim Energiemanagement auf Zusammenarbeit und Netzwerke. Mit acht umliegenden Kommunen nahm Wurzen am „Energieeffizienz-Netzwerk“ der enviaM teil. Kern waren einerseits energetischen Untersuchungen in der eigenen Kommune und anderseits der gegenseitige Erfahrungsaustausch zu den Einsparmaßnahmen in den anderen Kommunen. Im Rahmen des Projekts wurden 9 Objekte energetisch analysiert sowie 31 geeignete Energieeffizienzmaßnahmen erarbeitet, 7 davon wurden erfolgreich umgesetzt.

 

Projektbeispiel Zwickau

Zwickau will sich zu einem Zentrum moderner, umweltfreundlicher und nachhaltiger Mobilität entwickeln. Dazu werden die Stadt Zwickau und die Volkswagen Sachsen GmbH in Zukunft noch enger zusammenarbeiten und haben dies mit einer entsprechenden Kooperationsvereinbarung besiegelt. Erste Umsetzungsschritte sind die Teilnahme an der Initialberatung „Effiziente Mobilität“ der SAENA und die geplante Erarbeitung eines E-Mobilitätskonzeptes.

 

Die Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH ist das unabhängige Kompetenz- und  Beratungszentrum zu den Themen erneuerbare Energien, zukunftsfähige Energieversorgung und Energieeffizienz. Gesellschafter sind der Freistaat Sachsen und die Sächsische Aufbaubank – Förderbank –.

 

Ansprechpartnerin:

Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH

Antje Fritzsche

Telefon: 0351 4910-3173

E-Mail: antje.fritzsche@saena.de