10.11.2014, Dresden

Energie-Engagement in Sachsens Städten und Gemeinden

sächsische Energiesparkommunen wurden mit dem eea ausgezeichnet: Leipzig, Chemnitz, Plauen, Oederan, Markranstädt, Frankenberg/Sa., Gemeinden Zschorlau und Oßling

Zur 7. Jahrestagung „Kommunaler Energie-Dialog Sachsen“ der Sächsischen Energieagentur trafen sich heute mehr als 200 Vertreter von Kommunen und Landkreisen. Höhepunkt dieser Tagung war die Auszeichnung von 8 Städten und Gemeinden mit dem European Energy Award (eea) durch den Sächsischen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Frank Kupfer. „Der European Energy Award ist in Sachsen das beste Instrument, um in den Kommunen das Bewusstsein für mehr Energieeffizienz zu schärfen“, sagte der Minister zur Auszeichnung. „Ich freue mich, dass wir die Erfolgsgeschichte heute mit der erstmaligen Auszeichnung von zwei Kommunen fortsetzen können. Frankenberg und Zschorlau haben mehrere energieeffiziente Maßnahmen umgesetzt und gehören deshalb nun zu den sächsischen  eea-Kommunen.“ Weitere erneut ausgezeichnete Städte waren Leipzig, Chemnitz, Plauen, Oederan, Markranstädt und die Gemeinde Oßling. 

Mittlerweile leben 62 Prozent aller Sachsen in einer der 43 eea-Städte und Gemeinden oder einem der vier eea-Landkreise. Zertifiziert wurden davon bisher 32 Kommunen, die Stadt Delitzsch sogar mit dem eea in Gold. Neu dem eea-Prozess beigetreten sind in diesem Jahr die Stadt Markkleeberg als 300. eea-Kommune in Deutschland sowie die Gemeinde Kodersdorf.

Um die Auszeichnung zu erhalten, müssen die Kommunen mindestens 50 Prozent der maximal möglichen Punkte auf der kommunalen Energieeffizienzskala des eea erreicht haben. Ein Ziel, dass die ausgezeichneten Städte und Gemeinden mit einem Ergebnis zwischen 52 und 74 Prozent vorbildlich erfüllt haben. Sie können sich somit offiziell „Europäische Energie- und Klimaschutzkommune, ausgezeichnet mit dem European Energy Award“ nennen. „Der eea ist ein europaweit anerkanntes Zertifikat für die kommunalen Klimaschutzaktivitäten. Umso erfreulicher ist es, dass viele sächsische Kommunen als Vorbild vorangehen und auf besondere Weise aktiv und erfolgreich sind.“ unterstreicht Christian Micksch, Geschäftsführer der SAENA im Rahmen der Tagung.

Die Aktivitäten und Projekte sind dabei so zahlreich und vielfältig wie die Kommunen selbst, wie die Auswahl der beispielhaften Projekten aus dem eea-Prozess zeigt:

Leipzig: Energieeffiziente Straßenbeleuchtung

  • Erfolgsquote 2014: 66%
  • Ziel: Verbesserte Lichtqualität und gleichzeitige Reduzierung des Energiebedarfs
  • Entwicklung des Modellprojektes  „intelligentes Licht“ auf den Erschließungsstraßen des Stadtzentrums und dem Innenstadtring zur Veränderung der nächtlichen Atmosphäre
  • Teilprojekt „Beleuchtung Innenstadtring“: Energieeffiziente Lichtgestaltung durch Installation einer verkehrsabhängigen Beleuchtungssteuerung, durch Reduzierung der Gesamtleuchtanzahl, durch Austausch alter Natrium-Dampfhochdrucklampen gegen neue Metallhalogendampflampen 

Markranstädt: Computergestütztes Energiemanagement kommunaler Gebäude

  • Erfolgsquote 2014: 56%
  • Ziel: Einsparung des Energieverbrauchs in öffentlichen Gebäuden
  • monatliche Erfassung und Bewertung der Energieverbräuche aller kommunalen Gebäude
  • Etablierung eines zentralen Gebäudemanagements innerhalb der Verwaltung sowie Ausbau eines computerbasierten Energiemanagements zur regelmäßigen Erfassung und Auswertung von Wasser- und Energieverbräuchen
  • Hausmeisterschulungen und Erweiterungen der Software sollen zu langfristigen Energieeinsparungen führen
  • Planung der Ausstattung von Gebäuden mit intelligenten Zählern und Sensoren zum vereinfachten Energiecontrolling

Chemnitz: Radverkehrskonzept 2020

  • Erfolgsquote 2014: 74%
  • Ziel: Erhöhung des Anteils des Radverkehrs auf 12 % bis 2020
  • Radverkehrskonzept mit den Inhalten Alltagsnetz, Touristisches Netz, Wegweisung, Fahrradparken, Verknüpfung mit dem ÖPNV, Öffentlichkeitsarbeit und administrative Rahmenbedingungen
  • Reduzierung der Verkehrsbelastung durch Ausbau des Radverkehrsnetzes
  • Entwicklung eines hohen Radverkehrsnetzes mit gut befahrenen Verbindung zwischen allen Stadtteilen

 Plauen: Kostenfreies Laden von Elektro-Autos

  • Erfolgsquote 2014: 58%
  • Ziel: Förderung der umwelt- und klimafreundlichen Mobilität
  • Frei zugängliche Ladesäule mit parallelen Ladeplätzen für zwei Elektro-Autos (Strom stammt zu 100 % aus Wasserkraft)
  • Der Ladevorgang an der Säule ist kostenfrei
  • Verwaltungsinterner Testbetrieb von Elektro-Autos

 Frankenberg: Elektromobilität in der Stadt

  • Erfolgsquote 2014: 59%
  • Ziel: Motivation der Bürger zur Nutzung CO2-armer Elektrofahrzeuge
  • Errichtung einer Ladestation für kommunale und externe Elektroautos
  • Aktionstage für Bürger zum Austesten von Elektro-Fahrzeugen, die von der Stadt zur Verfügung gestellt
  • Geplanter Ausbau der Ladeinfrastruktur am Bahn- und Busbahnhof
  • Installation von Ladestationen für E-Bikes zur Förderung des Tourismus

Oederan: Nahwärmeinsel im Altstadtquartier

  • Erfolgsquote 2014: 69%
  • Ziel: Errichtung einer Energiezentrale zur CO2-armen Strom- und Wärmeversorgung öffentlicher und privater Gebäude
  • Umnutzung des leer stehenden Wohn- und Geschäftshauses „Schulgasse 4“ zur Energiezentrale
  • Einsatz eines Pelletkessels, einer Wärmepumpe, eines Blockheizkraftwerkes und eines Gaskessels
  • Günstige und emissionsarme Energieversorgung öffentlicher Gebäude
  • Nahwärmeversorgung privater Gebäude
  • Beitrag zum langfristigen Erhalt der Gebäude

Zschorlau: neue Regelungstechnik für Mehrzweckhalle

  • Erfolgsquote 2014: 52%
  • Ziel: Energiekosteneinsparung durch bedarfsgerechte Lüftungssteuerung in der Halle
  • Genutzte Lüftungsanlage dient auch zur Beheizung
  • Außentemperaturabhängige Frischluftzufuhr
  • Mit Austausch der Gebäudeautomatisierungstechnik 2013 können fünf separate Heizfenster programmiert werden, daraus folgt eine bessere und nutzergerechtere Laufzeit der Lüftungsanlage, erwartete Heizenergieeinsparungen liegen zwischen 15 und 20 %
  • Installation eines CO2-Sensors zur Messung der CO2-Konzentration in der Halle (unterhalb der zulässigen Grenzwerte kann die im Objekt befindliche Raumluft im Umluftverfahren erwärmt werden, sonst Zuführung von Frischluft)

Oßling: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

  • Erfolgsquote 2014: 66%
  • Ziel: Die Energiewende in kleinen Schritten vorantreiben
  • energetische Sanierung einer Schule mit Gesamteinsparung von 20 Prozent
  • Ersatz einer Ölfeuerungsanlage durch einen Holzpelletkessel mit einer CO2-Einsparung von 20t/a
  • Einführung eines kommunalen Energiemanagements: Monatliche Auswertung von Verbrauchsdaten, Optimierung des Anlagenbetriebs und Nutzersensibilisierung führten zu einer Einsparung bis zu 15 Prozent
  • Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern einer Sporthalle und kommunaler Wohnhäusern mit einer Einspeisemenge von 83.000 kWh
  • Anschluss von zwei kommunalen Wohnblöcken an die Abwärmeleitung einer Biogasanlage für die Beheizung und Warmwasserversorgung: Gesamteinsparung 48t CO2

Der “European Energy Award” (eea) ist ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, mit dem die Energie- und Klimaschutzaktivitäten der teilnehmenden Kommunen erfasst, bewertet, gesteuert und regelmäßig überprüft werden. Somit lassen sich sämtliche Prozesse im kommunalen Energiebereich analysieren, steuern und kontrollieren. Gleichzeitig ist der eea ein Preis für die kommunalen Energiewende- und Klimaschutzbemühungen. Die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH ist die regionale Geschäftsstelle für den European Energy Award in Sachsen. Offizieller Träger und Förderer ist der Freistaat Sachsen.

… zur 7. Jahrestagung „Kommunaler Energie-Dialog Sachsen“:
In Workshops und Vorträgen wurde über erfolgreiche Mittel und Wege zur Umsetzung der Energiewende informiert und Erfahrungen ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen die deutliche Steigerung der Energieeffizienz und der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien. Unter den Teilnehmern waren Bürgermeister, Fach- und Führungskräfte der kommunalen Verwaltung, Stadt- und Gemeinderäte sowie klein- und mittelständische Unternehmen und Energieberater.

Unter dem „Kommunalen Energie-Dialog Sachsen“ (keds) werden alle Aktivitäten der SAENA für sächsische Kommunen und Landkreise zusammengefasst. Dabei unterstützen wir deren Engagement im Bereich Steigerung der Energieeffizienz und dem Aufbau einer zukunftsfähigen Energieversorgung - u.a. in Form von Seminaren, Workshops oder Fachpublikationen.

Die Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH ist das unabhängige Kompetenz- und Beratungszentrum zu den Themen erneuerbare Energien, zukunftsfähige Energieversorgung und Energieeffizienz. Gesellschafter sind der Freistaat Sachsen und die Sächsische Aufbaubank - Förderbank -.

Fachlicher Ansprechpartner:
Sächsische Energieagentur - SAENA GmbH
Björn Wagner
Telefon: 0351 4910-3169
Telefax: 0351 4910-3155
bjoern.wagner@saena.de